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Friedrichfelsen/Hoher Stein/Rote Wand:
Wenig bekanntes Wandergebiet im Dunkelsteinerwald
Friedrichfelsen/Hoher Stein/Rote Wand Abbildung 1
Abb. 1

Mit seiner traumhaften Donau-Flusslandschaft, den terrassenförmigen Weinanbaugebieten sowie den unzähligen Obstplantagen, wo man unter anderem Kirschen und vor allem im Hochsommer Marillen im Straßenverkauf erwerben kann, und seinen einzigartigen Kulturstätten, wie den beiden Benediktinerstiften Melk und Göttweig, ist die UNESCO-Welterbestätte Wachau ein Tourismusmagnet. Viel zu wenig bekannt ist aber, dass die Region auch ein sehr schönes Wandergebiet ist! Fließt Österreichs größter und bedeutendster Strom hauptsächlich von Westen nach Osten durch unser Land, ist das in der Wachau anders: Hier fließt die Donau auf etwa 30 km Länge von Süden nach Norden. Trotzdem spricht man nicht vom West- und Ost-, sondern auch hier vom Nord- bzw. dem Südufer. Unser Wandertipp führt am Südufer – eigentlich dem Ostufer – von einem Autoabstellplatz zwischen den gegenüber von Spitz liegenden Dörfern Mitterarnsdorf und Oberarnsdorf in den Dunkelsteinerwald. Dort wandern wir zuerst am Friedrichfelsen und weiter am mächtigen Hohen Stein vorbei zu einem einmaligen Aussichtspunkt steil hinab in die Wachau auf der Roten Wand (Abb. 1). Die Namen drücken bereits aus, dass wir uns durch eine steile, felsige und oftmals einsame Gegend bewegen.

Knapp oberhalb der Anlegestelle der Autofähre, mit der man von Spitz (Abb. 2) vom Nord- (West-) zum Süd-(Ost-)-Ufer übersetzen kann, zweigt eine markierte, asphaltierte Straße von der Bundesstraße B 33 Richtung Südosten ab. Gleich bei der Abzweigung (ca. 215 m) stehen einige wenige Autoabstellplätze zur Verfügung. Unweit davon gibt es darüber hinaus eine Bushaltestelle. Nur mäßig ansteigend geht es auf der asphaltierten Straße in rund 5 Minuten neben Weinstöcken und mit schönem Blick Richtung Norden (Abb. 3) zu einer Wegkreuzung (252 m). Beim Aufstieg bleiben wir geradeaus noch kurz auf der schmalen Straße, bis wir zu einer Weggabelung kommen. Wer es lieber bequem hat, könnte – sich rechts haltend – auf der hier beginnenden Forststraße das erste Stück aufsteigen. Wir aber wandern weiter geradeaus Richtung Südosten in das waldige Buchental (Abb. 4). Auf breitem Weg geht es nun rechts von einem Bach ziemlich steil aufwärts. Langsam lichtet sich der Graben und unser Weg geht für einige Zeit in einen Steig über. Nochmals im Waldgelände steil biegen wir nach etwa 25–30 Minuten vom Ausgangspunkt wieder in die Forststraße ein, die wir ebenso verwenden hätten können. Wir verlassen nach etwa 5–10 Minuten die nur gering ansteigende Forststraße rechts und steigen recht steil auf einem oft etwas rutschigen Weg auf, bis wir nach ca. 50–55 Minuten vom Ausgangspunkt eine querende Forststraße (ca. 530 m) erreichen. Wer gleich in etwa 20 Minuten zum Aussichtspunkt oberhalb der Roten Wand gehen möchte, biegt hier rechts ab.

Wir aber zweigen links auf die Forststraße ab und gehen – erstmals mit Blick zum imposanten Hohen Stein (Abb. 5), an dem wir später vorbeikommen werden – mit wenigen Schritten zu einer Forststraßen-Gabelung (553 m), wo wir – uns rechts haltend – eine Rundtour starten. Fast eben geht es in etwa 5 Minuten im Waldgebiet zum auf offenem Wiesengelände stehenden Ernsthof (Abb. 6), an dem wir vorbeigehen. Unsere Forststraße führt jetzt Richtung Süden zuerst leicht abwärts und dann mäßig ansteigend zu einer Linkskurve (Goldreut, 604 m). Wieder etwas stärker ansteigend wandern wir nun Richtung Osten, bis wir nach knapp 30 Minuten vom Ernsthof zu einer Abzweigung (ca. 660 m) kommen, bei der rechts der Weitwanderweg 05 zum Wallfahrtsort Maria Langegg abbiegt. Wir aber wandern auf der Forststraße fast eben noch kurz bis zu einer abzweigenden Forststraße weiter, in die wir links einbiegen. Zuerst kaum ansteigend Richtung Nordwesten, beginnt unsere Forststraße mit einer Serpentine wieder etwas anzusteigen. Bei der bald folgenden Forststraßen-Gabelung halten wir uns links und wandern durch Waldgebiet – zuerst etwas steiler ansteigend und dann leicht abwärts – zu einer Wiese. Hier hat man – bei guten Sichtverhältnissen – Richtung Süden einen schönen Alpenblick (Abb. 7). Nach einer Rechtskurve geht es Richtung Norden wieder kurz bergan, bis wir den höchsten Punkt unserer Wanderung (ca. 730 m) erreichen. Kurz marschieren wir bergab und nach einer Rechtskurve steht man vor dem Friedrichfelsen (Abb. 8), der trotz seiner Größe in der warmen Jahreszeit – umgeben von Laubbäumen – gut versteckt ist. Für den Aufstieg vom Ausgangspunkt hierher, bei dem man mit Gegensteigungen bereits weit über 500 Hm gemeistert hat, benötigt man etwa 1¾–2,0 Stunden.

Wir setzen unsere Wanderung auf unserem Forstweg fort, indem man zuerst Richtung Osten mit einem Rechtsbogen etwas steiler im Waldgelände etwa 5 Minuten zu einem Holzlagerplatz absteigt. Hier zweigen wir links von der Forststraße auf einen gut sichtbaren Waldweg ab. Es geht Richtung Osten wieder einige Hm einer kleinen Erhebung (ca. 700 m) aufwärts und dann leicht absteigend zu einer Forststraße, in die wir links Richtung Norden einbiegen. Nach weniger als 5 Minuten kommen wir zu einer Wegkreuzung, bei der wir links Richtung Westen auf den markierten Steig zum Hohen Stein abzweigen. Rechts auf der Forststraße verbleibend, könnte man mit wenigen Schritten zum Gipfel des Mühlberges (725 m) gehen. Links auf den Steig abzweigend, sind es nur wenige Schritte abwärts und man steht vor einer mächtigen Felslandschaft (Abb. 9) (Abb. 10), an der wir nun linksseitig – steil abwärts und etwas steinig – vorbeiwandern. Nur trittsichere, erfahrene Bergwanderer sollten gesichert und über Leitern den Hohen Stein (725 m) erklettern. Auf uns wartet jetzt der anspruchsvollste Teil unserer Wanderung: Auf einem sehr steilen, bei nassen Bodenverhältnissen rutschigen Waldsteig – im unteren Teil etwas verwachsen und über Baumwurzeln – geht es in etwa 10–15 Minuten abwärts zu einer Forststraße, in die wir links einbiegen. Nach weiteren 5 Minuten beenden wir bei einer Forststraßen-Gabelung unsere Rundwanderung und gehen – uns rechts haltend – kurz bis zur Einmündung des Weges durch das Buchental auf unserem Aufstiegsweg abwärts.

Nun wandern wir noch Richtung Westen zur Roten Wand. Zu Beginn über eine Lichtung weiter leicht absteigend, marschieren wir hier wieder ansteigend mit einem Linksbogen – teils im Waldgebiet – bis zum Ende der Forststraße, die bei einem Umkehrplatz in einen etwas verwachsenen Wiesenpfad mündet. Leicht abwärts geht es – zuletzt wieder von Bäumen umgeben – mit wenigen Schritten zu einem terrassenförmigen Aussichtsplatz mit einem Gipfelkreuz (Abb. 11), den wir von der Einmündung des Buchentals nach etwa 20 Minuten erreichen. Toll von hier ist der Blick Richtung Nordwesten (Abb. 12) steil abwärts zur Wachau mit der Donau und dem berühmten Ort Spitz. Richtung Westen (Abb. 13) erhebt sich der Jauerling (960 m), ebenfalls ein lohnenswertes Wanderziel der Region. Und Richtung Süden (Abb. 14) kann man schön den Verlauf der Donau in dieser wunderbaren, hier recht engen Flusstallandschaft verfolgen. Vorsicht: Das Gelände fällt – ungesichert – sehr steil und felsig ab! Wer Lust hat, kann Richtung Osten noch „wild“ in wenigen Minuten über felsdurchsetztes, aber nicht steiles Waldgelände (Abb. 15) zum höchsten Punkt der Roten Wand (592 m) aufsteigen.

Um zum Ausgangspunkt zurückzukehren, geht es retour zum Umkehrplatz, bei dem man Richtung Norden ins Buchental (Abb. 16) hinabblicken kann, und auf der Forststraße in etwa 15 Minuten zur Abzweigung ins Buchental. Bevor wir diese erreichen, genießt man von der Lichtung nochmals einen imposanten Blick hinauf zum Hohen Stein (Abb. 17). Dann geht es auf dem Aufstiegsweg durch das Buchental (Abb. 18) wieder – teilweise recht steil – abwärts. Auch jetzt könnte man – natürlich etwas länger – im unteren Teil die Forststraße verwenden. Bei der Wegkreuzung (252 m) bereits auf der asphaltierten Straße kurz vor Ende unserer Wanderung sollte man noch links auf dem Marillenweg die wenigen Schritte wieder leicht bergauf zum Glauberkreuz (259 m, Abb. 19) gehen und den schönen Blick zur Donau und nach Spitz genießen. 5 Minuten sind es dann noch auf der asphaltierten Straße bis zum Ausgangspunkt, den wir von der Roten Wand nach etwa 55–60 Minuten erreichen.

HM/Zeit:
Vom Parkplatz bei der Abzweigung von der Bundesstraße B 33 ins Buchental vorbei am Ernsthof zum Friedrichfelsen in ca. 1¾–2,0 Stunden, vom Friedrichfelsen zum Hohen Stein etwa 20 Minuten, vom Hohen Stein zur Roten Wand ungefähr 40–45 Minuten, von der Roten Wand zum Ausgangspunkt ca. 55–60 Minuten. Mit allen Gegensteigungen sind etwa 650 Hm zu bewältigen.
Zeitraum:
Mitte Februar–Mitte Dezember (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Mittellange, technisch unschwierige, familientaugliche, teilweise steile, nicht allzu anstrengende Tour auf meist gut begehbaren Forststraßen, Wegen und Steigen. Der Abstieg vom Hohen Stein, der nur von trittsicheren und erfahrenen Bergwanderern erklettert werden sollte, ist sehr steil und kann rutschig sein. Vorsicht bei den steilen und felsigen Abbrüchen beim Aussichtsplatz auf der Roten Wand!
Highlights:
der Friedrichfelsen (im Sommer schlecht sichtbar), die Felslandschaft beim Hohen Stein, der Blick von der Roten Wand zur Donau, zur Wachau und nach Spitz, die landschaftlichen Schönheiten der Wachau
Anfahrt:
Auf der Bundesstraße B 33 am flussabwärts rechten Ufer (Mautern (S 5, B 37a/S 33) – Melk (A 1)) bis ca. Km 17,1 zwischen Mitterarnsdorf und Oberarnsdorf zur Abzweigung ins Buchental oberhalb der Anlegestelle der Autofähre nach Spitz fahren, wo begrenzt Parkplätze zur Verfügung stehen. Bei der nahen Abzweigung zur Autofähre gibt es eine Bushaltestelle.
Einkehr:
unterwegs keine Einkehrmöglichkeit, Heurigenbetriebe in Mitterarnsdorf und Oberarnsdorf
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 15°25‘16‘‘/48°21‘31‘‘
Rechtswert (UTM): 531210 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5356260 m (Zone: 33 N)
BEV Plan:
ÖK50/4323
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